Die Bedeutung in der Bedeutungslosigkeit zu sehen, das ist die wahre Kunst

Innerhalb der letzten Wochen habe ich sehr stark mit mir selbst gerungen. Ich hatte kaum Energie, lag viel, habe zum ersten Mal seit über einem Jahr wieder angefangen, Serien zu schauen, mich einfach abgelenkt, beschäftigt, bin weggelaufen. Ich hatte Angst vor all dem, was gerade vor mir liegt, gehe ich weiter.

 

Letzte Woche dann, war ich in Köln und habe einen guten Freund besucht. Ich muss sagen, was ich mit diesem Menschen erleben kann, das habe ich noch bei keinem anderen erfahren. Absolute Ehrlichkeit, das klingt toll, ist aber häufig alles andere als einfach. Denn häufig spüren wir Dinge beim Anderen, von denen wir wissen, sprechen wir sie aus, dann können wir ihn verletzen, oder auch verlieren. Und ganz ehrlich, wer möchte schon gern hören: „Hey, warum belügst du dich selbst und rennst vor deiner eigenen Zukunft weg?!“ Mir hat er mit seinen Worten die Augen geöffnet. Er hat mir klargemacht, dass ich innerhalb der letzten Monate Handlungen erschaffen hatte, die

alle toll klingen, ich sie aber nur als Ausrede benutzt habe, die Verantwortung anderen zugeschoben habe, weshalb es angeblich gerade stagnierte, sodass ich mit gutem Gewissen sagen konnte: „Na ich mache ja alles, was mir möglich ist. Nur mein Außen legt mir Steine in den Weg. Und falls du dich schon fragst, was das nun mit der Überschrift zu tun hat, das wirst du gleich erkennen. Er hat mir gesagt, er hätte ein Ziel und er erschafft Handlungen nicht, um sich danach gut zu fühlen, sondern um das Ziel zu erreichen. Handlungen sind Mittel zum Zweck und er hört nicht auf, diese unterschiedlichen Wege zu erschaffen und zu gehen, bis er sein Ziel erreicht. Das mache für ihn die wirklich erfolgreichen Menschen aus. Und damit hatte er mich voll getroffen. Denn in dem Moment wusste ich, es ist wahr, was er sagte.

 

An diesem Tag dann, habe ich mich zum ersten Mal seit Wochen wieder vollkommen ehrlich betrachtet und erkannt, dass ich es selbst war, die mein Vorankommen blockiert hat, aus Angst vor all dem, was passieren wird, gehe ich den nächsten Schritt. Fall du mich noch nicht so gut kennst und dich fragst – wovon redet die?! - ich gründe gerade ein zweites Schulsystem in Deutschland und nun bin ich an dem Punkt angekommen, die Gründung offiziell zu machen, die ersten Mitgründer mit in das Projekt zu lassen, die ersten offiziellen Events zu organisieren und durchzuführen und die ersten sechs Schulen in den Bundesländern zu beantragen, damit wir 2021 mit der Eröffnung starten können. Zusammengefasst, nach zwei Jahren der Vorbereitung bei mir zuhause am Schreibtisch ist es nun soweit, nach draußen zu gehen und alle Türen hinter mir zufallen zu lassen, denn wenn die nächsten Schritte gegangen sind, dann gibt es nur noch eine

Richtung, und die führt nach vorn. Ich bin mir dessen bewusst, dass ich eine ganz neue Rolle in der Gesellschaft einnehmen werde, dass ganz neue Herausforderungen auf mich zukommen werden, dass mich Menschen lieben, und andere mich hassen werden. Ich weiß das alles und genau das macht mir Angst.

 

Meine größte Herausforderung und gleichzeitig mein größtes Geschenk aber, liegt in einem anderen Punkt. Wenn du meine Seite schon ein bisschen überflogen hast, dann weißt du, dass ich im Oktober letzten Jahres etwas erleben durfte, was mein gesamtes Leben für immer verändert hat. Seitdem erlebe ich unterschiedliche Bewusstseinszustände, die gleichzeitig existieren. Denn diese einfach nur menschliche Ebene, dass ich Angst habe vor dem, was kommt, die ist unglaublich wertvoll und ich bin dankbar, sie so erfahren zu können. Gleichzeitig existiert aber noch eine weitere Ebene, und diese ist viel weiter, offener. Ich sehe unser Leben mittlerweile als eine Art großes Spiel an mit einem wundervollen Spielfeld, nämlich unserer Erde. Wir alle sind ohne materiellen Besitz gekommen, und wir alle werden dieses Spielfeld ohne diesen materiellen Besitz auch wieder verlassen. Wir alle sind hierher gekommen, ohne zu wissen, ob es womöglich wirklich andere Leben gibt, die wir bereits gelebt haben, noch wissen wir, wer wir dort womöglich waren und was wir erlebt haben. Das Einzige, was für uns wirklich wahr ist, das ist dieser eine Moment, diese Sekunde, die wir jetzt gerade erleben. Nicht mehr und nicht weniger. Wir wissen nicht, ob unsere Träume real sind, wir wissen nicht, ob wir womöglich gerade in einem Traum leben, nach dem „Tod“ in einer anderen Realität aufwachen und uns denken „Ach, das war schön, das war witzig, was für ein Abenteuer, ...“. All das wissen wir nicht, für uns existiert nur dieser eine Moment. Alles, was wir in diesem Leben erleben, das ist nur jetzt und wir werden sehr wahrscheinlich nichts davon mitnehmen. Wir werden nicht unser Auto mitnehmen, nicht unser Haus mit Pool, nicht den Duft unserer Lieblingsspeise, nicht unsere Zeugnisse, Zertifikate und Titel, nicht unseren Körper, und auch nicht die Menschen, mit denen wir jetzt gerade, in diesem Moment die „Erfahrung Leben“ machen. Im großen Sinne ist all das bedeutungslos, denn es wird nie ewig sein.

 

Letztendlich zählt nicht, ob wir Großunternehmer, oder Verkäufer an der Supermarktkasse waren. Es zählt nicht, ob wir gekämpft, oder losgelassen haben. Es zählt nicht, ob wir Ziele hatten, oder nicht. Es zählt nicht, was wir besessen haben. Am Ende ist alles bedeutungslos.

 

Es gibt aber etwas, das zählt. Das ist dieser einzige Moment. Wir sind hier auf einem Spielfeld voller Möglichkeiten und wir können wählen, wer wir sein, was wir erschaffen und erfahren wollen. Wir können uns selbst einen Sinn setzen, wir können den Sinn haben, erfüllt zu sein, glücklich zu sein, eine Familie zu gründen, ein berufliches Ziel zu erreichen, etwas im Außen zu erschaffen. Wenn ich Menschen kämpfen sehe, gegen das Leben oder sich selbst, dann würde ich ihnen am liebsten sagen, „hey, mach dich locker, lass los, das Leben ist eh bedeutungslos, also kannst du es auch einfach genießen!“. Und nach jahrelangem Kampf gegen mich selbst und meinen Körper kann ich es wirklich fühlen.

 

Was ist also der Sinn des Ganzen, wenn nichts bleibt, wenn wir nicht kämpfen müssen, wenn es kein Besser oder Schlechter gibt?! Das hier ist unser Leben, unser Moment, in dem wir uns erfahren können. Und ich wünsche mir für uns alle, dass das irgendwann tief in unser aller Bewusstsein freigelegt wird. Egal, ob wir uns als ein großer Filmstar erlebt haben, oder im Krieg groß wurden. Wir alle erfahren Gefühle wie Angst, Zweifel, Schmerz, aber ebenso Freude, Liebe, Vertrauen. Unser Spielfeld, auf dem wir diese Erfahrungen machen, das ist es lediglich, was anders aussieht. Wir sind es aber, die

entscheiden, wie wir uns auf diesem Spielfeld erfahren wollen, und das können wir in jedem Moment wählen. Wir können wählen, ob wir womöglich in unserem Leben ein weiteres Spielfeld kennenlernen wollen und im Jetzt bereits beginnen, darin zu leben, obwohl unser Außen noch nicht so aussieht. Wir können wählen, ob wir kämpfen wollen, oder uns treiben lassen. Wir können wählen, ob wir uns in diesem Moment als stark erfahren wollen, oder als schwach. Wir können wählen, ob uns das, was wir sehen, mit Glück und Freude erfüllt, oder ob es und traurig und wütend macht. Wir können all das wählen, denn es hat nichts mit unserem Spielfeld zu tun, sondern lediglich mit uns, wie wir entschieden haben, uns selbst zu erfahren und welche Erfahrung dieser Moment für uns bieten soll. Wenn du etwas erschaffen möchtest, dann setze dir deine Ziele.

 

Überlege dir, als was du dich erfahren möchtest, und dann triff die Entscheidung, es

jetzt zu leben. Es gibt keine Zeit, zwischen uns und unserem Wunsch liegt nur diese eine Entscheidung. Und das bedeutet nicht, dass ich nun die Entscheidung treffe, reich zu sein, und im selben Moment ändert sich mein Kontostand. Geld ist nur bedrucktes Papier, oder eine Zahl auf einem Bildschirm. Es hat keine Bedeutung, nur wir sind es, die beschlossen haben, ihm eine zu geben. Was wir uns wünschen, das ist nicht die Zahl oder das Papier, sondern uns auf eine bestimmte Art und Weise zu fühlen, und um weitere Erfahrungen zu machen, die uns diese Energie ermöglicht. Unsere Freiheit liegt nun

darin, dass wir nichts im Außen brauchen, um uns reich zu fühlen. Wenn wir erkennen, dass wir es bereits sind, beginnen wir, reich zu denken, zu fühlen und daraus Handlungen zu erschaffen, die letztendlich auch materiell dieses Gefühl bestätigen werden.

Beginnen können wir alle in dieser Sekunde. Denn alles, was wir brauchen, das haben wir immer bei uns, und das ist unser Bewusstsein, das wahrnehmen, beobachten, entscheiden und erschaffen kann, unseren Geist, der diese Informationen aufnimmt und verständlich in Handlungen übersetzt, und unseren Körper, der genau das ausführt. Ohne dass wir bewusst etwas machen müssen, pumpt unser Herz unser Leben lang das Blut durch unseren Körper und versorgt all unsere Organe mit dem Sauerstoff, den unsere Atmung in den Körper einfließen lässt. Unser gesamtes Verdauungssystem arbeitet daran, aus dem, was wir in unseren Körper einführen, alle Bestandteile zu

zerlegen, zu sortieren und daraus sich selbst immer wieder aufs Neue selbst zu bilden. All das passiert in jedem Moment, und wir müssen nichts dafür tun, als einfach nur zu leben. Wir alle sind reich beschenkt.

 

Eine Woche nach meinem 17. Geburtstag, war ich zum ersten Mal allein in Bangkok. Ich hatte keine Karte dabei, bin einfach losgelaufen, in dem Wissen, dass ich niemals verloren sein würde. Irgendwann kam ich in einem Viertel an, was mich erst einmal erstarren ließ. Die Menschen hatten keine Häuser, sondern einfache Planen über Holzpfähle, Metallstangen, und alles, was man am Straßenrand finden kann, gespannt. Erst wollte ich umdrehen, ich wusste, ich trug mein neues Iphone bei mir, hatte saubere Kleidung an, war geschminkt und abgesehen davon, dass ich eine andere Hautfarbe trug, wusste ich, ich könnte nicht nicht auffallen. Ich spürte aber, dass ich es sehen wollte, um etwas viel Größeres zu begreifen, und so ging ich weiter. Stell dir einmal vor, du gehst durch diese Gassen, es riecht fürchterlich, es ist heiß. Dann aber kommt es anders, als du erwartest. Niemand guckt dich schräg an, niemand versucht dich davon zu überzeugen, ihnen etwas zu geben. Nein, du guckst in gutmütige, zufriedene Gesichter, die scheinbar keinen Unterschied zwischen dir und sich selbst sehen. Kinder spielen, Mütter kochen und auf einmal hast du das Gefühl, an einem der schönsten Orte überhaupt zu sein. Niemand, der abwesend auf seinen Handybildschirm starrt, niemand, der auf den Drucker haut und ihn dabei wütend anschreit, so, als würde er dadurch schneller arbeiten. Niemand, der Zeit vor dem Spiegel verbringt, um sich zu schminken und sich dann erst hübsch zu fühlen, niemand, der stundenlang im Fitnessstudio schwitzt, um sich oder anderen irgendetwas zu beweisen. Keine Verbissenheit, kein Zwang,

keine Wut, keine Hektik, kein Stress. Nur Ruhe, Gelassenheit, Gemeinschaft, Lebensfreude, Glück. Und in diesem Moment habe ich angefangen, zum ersten Mal zu hinterfrage, was in unserer Welt eigentlich passiert. Diese Menschen hatten im Außen nichts, und doch hatten sie alles.

 

Vor wenigen Monaten habe ich dann eine Reportage gesehen, die ausgedrückt hat, was ich dort erlebte. Sie sprachen eine alte Frau an, die am Rande eines indischen Marktes gebückt, mit einem kleinen Säckchen in der Hand, über den Sand strich, und fragten sie, was sie suche. Langsam, mit einer unendlichen Ruhe, stand sie auf. Es waren die wohl gütigsten Augen, die ich jemals gesehen habe und dann begann sie zu erzählen. Sie erzählte den Reportern, dass sie auf der Suche nach Reis war. Sie zeigte ihnen dankbar und von Glück erfüllt ihren kleinen Beutel, in dem bereits wenige Reiskörner lagen. Dann zeigte sie auf das kleine Loch an der Hauswand, an der sie noch kurz zuvor gesessen hatte und weihte sie ein, dass sie dort immer Essen fände. Es waren die Löcher der Mäuse, welche den Reis auf dem Markt sammelten und zu ihren Höhlen transportierten. Manchmal blieben dabei einzelne Körner am Eingang liegen, die sammelte sie jeden Tag aufs Neue ein, um zu überleben. Sie sprach in eine Kamera, die wohl mehr gekostet hat, als alles, was sie jemals in ihrem Leben besessen hat, und es war bedeutungslos, denn sie wusste, sie war reich beschenkt. Sie sagte, was ich vor wenigen Minuten gesagt habe, und diese Worte habe ich von ihr, nämlich dass sie alles hat, was sie braucht, denn sie hat einen Körper mit zwei Armen und Beinen, mit dem sie sich fortbewegen, berühren und greifen könne, sie kann so viel atmen wie sie will, ohne dass die Luft jemals ausgehen würde. Ihr Herz schlägt für sie, ohne müde zu werden, oder mal eine Pause zu brauchen. Und dann schaute sie den Kameramann an und meinte: „Was sollte ich mir mehr wünschen?! Ich weiß, dass Gott mich liebt und mir jeden Tag so viele Reiskörner hinlegt, sodass ich diesen Tag erleben darf. Ich bin glücklich und dankbar, denn ich habe alles, was ich brauche.“

 

Diese Worte haben mich tief berührt und beeindruckt, denn auf einmal wurde mir so sehr klar, dass sie Recht hat. Wir alle leben in Fülle und haben jederzeit alles bei uns, was wir jemals brauchen könnten. Wir können nicht verlieren. Wir kommen ohne Besitz hierher und gehen auch wieder ohne etwas zurück. Und in der Zwischenzeit haben wir ein großes Spielfeld, auf dem wir uns austoben, erfahren, erleben können. Es ist unsere Wahl, die Bedeutung in der Bedeutungslosigkeit zu sehen und unserem Leben einen Sinn zu geben, gleichzeitig in dem Wissen, dass das Leben an sich keinen Sinn besitzt. Wir können es füllen, erfüllen, wir sind es, die über Glück und Unglück

entscheiden, über Krieg oder Frieden. Ich habe ein Ziel und ich weiß, ich werde es erreichen, denn es ist der Ausdruck von mir und ich bin der Ausdruck dieser Vision, wir sind eins. Daher habe ich aufgehört zu kämpfen, ich habe aufgehört, mich zu etwas zu zwingen und angefangen, einfach loszulassen und mich an meinem Leben zu

erfreuen, ein Leben in Freude, Liebe, Dankbarkeit, Erfüllung, Frieden, Leichtigkeit und Vertrauen zu leben. Mein Sinn ist es mittlerweile, mein Sein zum Ausdruck zu bringen und all das in mir freizulegen und zu entwickeln, von dem ich weiß, dass es in mir steckt. Ich bin dankbar, denn ich bin erfüllt.

 

Was wählst du? Was willst du wirklich? Was ist wirklich wichtig für dich? Also welche Person möchtest du dich erfahren? Und welche Einstellung wählst du dem Leben gegenüber? Welches Grundgefühl soll dich durch dein Leben leiten?

 

Du hast es in der Hand, denn du bist frei:)

Ich wünsche dir einen wundervollen, erfüllten Tag.

Du bist vollkommen und großartig, genau so wie du bist!

 

Von Herzen alles Liebe

Deine Katharina

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