Dein Alter - ein Hindernis? Wie du es zu deinem Vorteil machst!

Schon viele Male habe ich das gehört, sammle erst einmal Erfahrung, dann kannst du hier anfangen, dann kannst du dies, dann kannst du das machen.

Ein Spruch, der bei Arbeitgebern sehr beliebt ist – leider.

Zum Problem wird es nur, wenn das jeder sagt.

 

Als ich neben meiner Ausbildung kellnern wollte, um mir meinen Lebensunterhalt und die Miete zu finanzieren – ich muss dazu sagen, in dem kleinen Ort, in dem ich damals wohnte, gab es auch nichts groß anderes als Restaurants und Gasthöfe – machte ich erste Erfahrungen. Leider nicht mit dem Beruf, sondern mit der Ablehnung.

 

Ich hatte mir schon lange meinen Traum-Gasthof als Arbeitsplatz ausgesucht und ganz ehrlich, ich wollte kellnern - ein bisschen Bestellungen aufnehmen, Essen zum Gast tragen und wieder abräumen, nebenbei nett lächeln und beim Kassieren hoffentlich ein gutes Trinkgeld einstecken – das sollte nun wirklich nicht so schwierig sein!

Ich ging also hübsch gekleidet und gut vorbereitet dort hin, eigentlich übertrieben für den Job, dachte ich. Mit einem Strahlen im Gesicht, ich habe mich ja schon auf meinen neuen Job gefreut, den ich vielleicht bereits am selben Tag beginnen konnte, trat ich der Chefin gegenüber und erklärte ihr mein Anliegen. Sie verzog keine Miene, was mich etwas verunsicherte aber ich machte trotzdem munter weiter.

Als ich fertig war, hatte sie nur eine Frage: „Haben Sie bereits im „A la Carte“ Service gearbeitet?“ … Das hatte ich bisher noch nicht, dafür aber eine Menge anderer Erfahrungen, auch im Service, vorzuweisen, die ich, mit meinen gerade einmal 17 Jahren, ihr doch sehr stolz präsentierte. Das beeindruckte sie keineswegs. Auch mein Angebot, unbezahlt eine Woche probezuarbeiten, um sie zu überzeugen, konnte sie nicht umstimmen.

Ich verließ den Gasthof, positiv denkend, dass das dann wohl sowieso nicht der richtige Arbeitsplatz für mich gewesen wäre.

(Hätte ich damals schon gewusst, wie man sich gut verkauft, anstatt sich anzubieten und zu betteln, wäre definitiv auch das Gespräch anders verlaufen, das zeige ich euch aber gern nochmal in einem anderen Beitrag).

 

So ging ich in den nächsten und nächsten und nächsten Gasthof, ohne einen Job zu bekommen, immer mit der gleichen Aussage, zwar brauchen wir Personal, wir stellen aber nur Kellner mit Ausbildung oder Erfahrung ein. Ein Jahr lang hatte ich kein Glück, bis ein großes Festival bei uns im Ort anstand. Tausende Gäste wurden erwartet und den Restaurants wurde klar, allein können wir das nicht wuppen! Also suchte man, fast panisch, nach Mitarbeitern für diese eine Woche.

Ich muss dazu sagen, dass ich nun bereits dreimal in diesem einen Gasthof war, um zu versuchen, sie von mir zu überzeugen. Und da ich ja nichts zu verlieren hatte und mittlerweile meine Schamgrenze schon restlos überschritten war, ging ich noch ein viertes Mal hin. Und siehe da, die Not kam mir zugute und ich durfte Probearbeiten! Und ja, ihr habt richtig gelesen, ich sollte Probearbeiten für einen Job, den ich sowieso nur eine Woche machen durfte und wie ich dann erfuhr, noch nicht einmal Bestellungen aufnehmen und kassieren konnte, sondern es rein um Teller Hinbringen und Abräumen ging. Aber gut, ich „bestand“ es und durfte anfangen.

Um es abzukürzen, ich stellte mich, entgegen aller Erwartungen, doch scheinbar recht geschickt an und man bot mir nach dieser Woche einen Job an, nicht einen Minijob, sondern eine Festanstellung! Bereits wenige Tage danach bekam ich eigene Bereiche übertragen und nach wenigen Wochen leitete ich selbstständig den Frühstücksbereich des Hotels, bekam den Generalschlüssel, war die erste, die morgens das Hotel aufschloss, bereitete selbstständig das Frühstücksbuffet zu – ja, ich durfte sogar allein in der riesigen Gastronomieküche kochen! - und managte es, kümmerte mich um Buffet, Gäste, Bar, externe Gäste im Restaurant und alle weiteren Bereiche, bis die Frühstückszeit um war und die ersten Kellner für den mittaglichen Restaurantbetrieb kamen.

Das war ein Job nach meinem Geschmack!

 

Man könnte nun sagen, Hartnäckigkeit zahlt sich aus. In dem Fall war es wohl eher Glück, Fügung und eine kleine Portion Mut, es immer wieder zu versuchen und sich nicht abwimmeln zu lassen, auch wenn man vielleicht im ersten Moment gekränkt ist.

 

 

Auslöser für diesen Beitrag heute, ist aber eigentlich ein Instagram Livestream Interview von einem großartigen Verkaufstrainer und einem bekannten Fitnesstrainer. Beide unterhielten sich darüber, dass sie es unmöglich fänden, dass mittlerweile bereits Mitte zwanzig Jährige in das Coaching-/ Trainergeschäft einsteigen und Personen helfen wollen, obwohl sie in dem Alter ja selbst noch keinerlei Lebenserfahrung hätten. Wer auf Stufe sieben der persönlichen Weiterentwicklung stünde, könnte doch keinem auf Stufe zwölf Tipps geben, ihr Wissen stamme ja lediglich aus Büchern, die sie mal gelesen haben aber nicht aus eigener Erfahrung und Umsetzung. So die Ausgangslage.

 


Wo soll ich jetzt anfangen?! Mir schossen sofort 100 Antworten in den Kopf

 


Noch vor wenigen Monaten habe ich, auch auf Instagram, eine Story dieses Trainers gesehen, in der er das gleiche Thema ansprach. Das war zu einem Zeitpunkt, zu dem ich gerade mein Warum gefunden hatte und wusste, ich möchte Coach werden und auch andere Kinder und Jugendliche zur persönlichen Weiterentwicklung führen und ihnen helfen, ihre Träume zu finden und auch umzusetzen! Und solltest du durch Zufall auf meinen Beitrag hier gestoßen sein, ich bin 20 Jahre alt, nicht Ende zwanzig, erst Recht keine 40 oder 50, in der Altersklasse sich die meisten in meiner Branche befinden.

 

Damals schaltete sich sofort mein vernichtender, innerer Dialog an – oh ja, vielleicht hat er Recht, vielleicht sollte ich wirklich erstmal 10/ 20/ 30 Jahre irgendetwas anderes machen, bevor ich anderen helfe; bestimmt sehen das alle so und ich werde nicht ernst genommen, ausgelacht oder komplett ignoriert.

 

Leute, das ist Bullshit! 

Wir sind alle individuell. Seine Wahrheit muss nicht deine sein. Seine Wahrheit baut auf seinen eigenen Erfahrungen auf. Er kennt sich selbst und weiß, dass er in diesem Alter noch nicht so weit gewesen wäre, um anderen zu helfen oder für sie da zu sein, ihnen Tipps und Ratschläge geben zu können. Das ist auch vollkommen okay. Aber jeder entwickelt sich anders,  jeder Mensch ist einzigartig und so ist es unmöglich von sich selbst automatisch auch auf andere zu schließen. 

Wir alle durchleben dieselben Schritte in unserer Entwicklung. Aber du selbst entscheidest, wie schnell und wie bewusst du sie erleben möchtest und was du mitnimmst. Du entscheidest, wie schnell du bereit bist zu wachsen.

 

Was mir nun gestern, nach Monaten intensiver Weiterentwicklung meiner eigenen Persönlichkeit, kam, war ein Motivationsschub vom Feinsten! Ich dachte, und wenn ich die erste bin, aber ich werde dich überzeugen und dir zeigen, dass das geht und dass man bereits in meinem Alter gut sein kann, eigene Geschichten zu erzählen hat, da man bereits viel erlebt haben kann und ganz vielen Leuten helfen kann!

 

Ich sitze gerade hier, und muss über mich selbst schmunzeln. Nur wenige Monate nachdem ich diesen Beitrag hier geschrieben habe, lese ich ihn nun erneut. Mittlerweile hat sich meine Sichtweise gewandelt. Du musst niemandem etwas beweisen. Niemand anderem und auch nicht dir selbst. Wenn du erkennst, wie wertvoll du bist, wenn du deinen eigenen, unbeschreiblichen Wert erkennst, dann kommt die Energie von ganz allein. Finde dein Warum, deinen wahren Grund, weshalb du machst, was du machst und du bist nicht mehr vom Außen abhängig. Natürlich kann man sich Gründe im Außen suchen und diese erst einmal als Motivation  und Anschub nehmen. Aber bitte mache deinen Wert dann nicht von Erfolg oder Misserfolg abhängig, denn du bist bereits vollständig und unendlich wertvoll, einfach nur weil du bist!

 

Mittlerweile ist mein Alter zu einem Alleinstellungsmerkmal und meinem Markenzeichen geworden. Lebe das, was in dir steckt! Wahres Wissen ist nichts, was an Lebensjahre gebunden ist.

 

 

Gehen wir nämlich einmal davon aus, dass wir als reines Bewusstsein, als Seele nicht sterben, sondern all unsere Erfahrungen aufeinander aufbauen und wir einem ständigen Wachstumsprozess unterliegen. Dass wir selbst entscheiden, wie lange wir an einem Zustand festhalten möchten, wie lange wir brauchen, um eine Erkenntnis zu erlangen, wie häufig wir ein und dieselbe Situation erleben, ähnliche Herausforderungen durchleben, ehe wir begreifen. Ist es dann nicht vielleicht möglich, dass bereits Kinder weiser sein können, als manche Erwachsenen? Ist Weisheit gleichgesetzt mit Wissen? Wenn man von unserer irdischen Illusion der Zeit absieht?! Wenn sich Weisheit nicht nach Lebensjahren deines momentanen Zustandes berechnet, sondern anhand deiner Reflektion, deiner Einstellung dir und dem Leben gegenüber, und deinem Handeln bewertet wird? Müssen wir dann überhaupt noch bewerten?

 

Und könnte es sein, dass Weisheit unser neues Wissen wird? In einer Welt der Chancengleichheit?! In der jeder die Möglichkeiten seiner eigenen freien Entfaltung seiner individuellen Persönlichkeit bekommt?! In der jeder ein Mitspracherecht hat und als gleichwertig angesehen wird?! In der jeder sein darf wie er ist, wachsen darf so schnell er möchte, den Weg gehen darf, den er gehen möchte und dabei von der Gesellschaft die Förderung und Unterstützung erhält, die er für diesen Weg braucht?! Wie wäre das?

  

 

Du bist unglaublich wertvoll und trägst ein einzigartiges Geschenk in dir. Tief im Inneren sind wir alle gleich. Du fühlst, was ich fühle. Du denkst, was ich denke. Aber trotz alledem bist du einzigartig. Auf der gesamten Welt gibt es keine Person, die die gleiche Kombination aus Wissen, Fähigkeiten und Vorlieben in sich trägt, wie du sie hast.

 

Ich glaube, dass jeder von uns seine Aufgabe hier auf der Erde hat und dass auch du dein individuelles Geschenk in dir trägst, in dem du deine Erfüllung finden kannst und gleichzeitig das Leben vieler anderer Menschen auf wundervolle Art berührst.

 

Du bist ein Teil eines großen Ganzen. Ein Puzzleteil in dem unendlichen Puzzle des Universums. Du trägst ein Geschenk in dir, dessen Umsetzung deine persönliche Erfüllung ist und mit dem du gleichzeitig das Leben vieler Menschen auf eine wundervolle Art und Weise beeinflusst. Du bist unglaublich wertvoll für jeden Menschen, dessen Leben du berührst und für alle Menschen, deren Leben diese Personen berühren, das könnten wir nun endlos fortführen. Spürst du, wie bedeutungsvoll du bist?! Was für eine Kraft du allein hast?! Wie viel deine Existenz bedeutet?! Deinen Wert für die Gesellschaft, wenn du dein volles Potenzial entdeckst und auslebst?!

 

Und denke einmal weiter, wie wäre es, würde sich jeder Mensch darüber bewusst werden. In welcher Welt würden wir dann leben?

 

 

Um noch einmal zum Stufenvergleich zurückzukommen. Wenn man auf Stufe 7 steht, muss man doch nicht nach den Sternen greifen und Personen auf einer höheren Stufe helfen wollen. Aber es gibt Millionen Menschen in Deutschland, auf der ganzen Welt, die vielleicht erst auf Stufe 6/5/4/3/2/1/0 stehen und die unbedingt wissen möchten, wie du es auf diese Stufe geschafft hast! Vielleicht bist du auch einfach noch viel näher an ihnen dran, kannst ihnen dadurch noch besser helfen, da du genau weißt, wie es sich anfühlt, dort zu stehen und ein viel besseres Verständnis für sie hast. Genau das ist es, was ich nun beinah täglich in meinen Coachings als Feedback bekomme. Ich kenne das Gefühl genau und auch die vielen kleinen Zwischenschritte, die es braucht, um auf die nächste Stufe zu kommen. Je weiter du davon entfernt bist, desto gröber werden deine Empfehlungen, da Welten zwischen dem liegen, wo dein Klient steht und wo du bist. Daher passen die meisten auch ihre Zielgruppe immer wieder ihrer eigenen Entwicklung an.

 

Stelle dir vor, eine Vierjährige bekommt ein Geschwisterchen. Diese Mädchen hilft dann ihrem Bruder ganz selbstverständlich dabei, laufen und sprechen zu lernen, denn sie hat es doch selbst schon geschafft. Auf der anderen Seite aber, weiß sie genau, wie schwierig das ist und kann ihm daher einfühlsam zeigen, wie es geht. Vielleicht sogar besser als die Eltern, für die diese Dinge mittlerweile schon absolut selbstverständlich geworden sind. Aber eine Vierjährige käme nicht auf die Idee, einem Marathonläufer zu erzählen, wie er siegen kann oder eine Sängerin im Singen zu unterrichten. Ich denke, das Prinzip ist klar.

 

Und genau das kannst auch du machen! Aber fang an! Lass dich nicht zurückhalten von der Meinung Anderer, sondern zeige ihnen, dass es möglich ist! Nehme Gesagtes, auch von Vorbildern, nicht einfach an, sondern bilde dir deine eigene Meinung und gehe dafür los und stehe dazu! Wenn du dich nicht traust, traut sich vielleicht kein Anderer und so kann sich nie was ändern und all die, die so denken werden zudem noch in ihrer Meinung bestärkt, ja, sie bestätigt sich sogar!

 

Ist es nicht das Tollste überhaupt, wenn du schon im jungen Alter so viele Erfahrungen gesammelt hast und nun bereits anderen helfen kannst?! Das ist ein so wertvolles Geschenk und das solltest du wissen und immer im Kopf behalten und dich nie von den Glaubenssätzen anderer beeinflussen oder kontrollieren lassen!

 

Also fange so früh wie möglich an, Erfahrungen und Fehler zu machen und daraus zu lernen. Das ist ein Wachstum, das dir niemand wegnehmen kann und womit du noch sehr weit kommen wirst!

 

Vergiss niemals, du bist der Held deines eigenen Lebens!

 

Ich wünsche dir noch einen wundervollen Tag - you´ll rock it! ;)

Und denke immer daran, alt werden wir alle früh genug, für die Erfahrung aber, sind wir selbst verantwortlich.

 

Fühl´ dich mal gedrückt:)

Deine Katharina

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